Am vergangenen Mittwoch Abend trafen wir auf einen starken FC Bern im zweiten Auswärtsspiel der Rückrunde.
Die Stimmung im Team ist vorzüglich, nicht gross verwunderlich, konnte man doch die ersten beiden Spiele gewinnen und an der Spitzengruppe dranbleiben. Auch in dieser Gruppe befindet sich das "All-Star-Team" des FC Bern, dass wie erwartet in Vollbesetzung antrat, es galt schliesslich die Niederlage der Hinrunde wettzumachen. Würde man die Jungs vom Neufeld in eine Verjüngerungsmaschine sezten und den Knopf auf vor 10 Jahren einstellen, wäre einem Angst und Bange geworden.....gespickt mit talentierten, fähigen Fussballern - die auch heute noch fussball spielen können.
Wir fanden ein gut bis sehr gut bespielbares Neufeld vor und die Vorfreude war spürbar. Bereits nach Anpfiff des Schiris war der Wille des Gegners deutlich zu spüren, es ging gleich mächtig zur Sache. Der Ball lief gut in den Reihen der "Neufeldler" und wir mussten uns zuerst einmal an den riesigen Platz gewöhnen. Das Heimteam, im Sturm mit robusten und ballsicheren Leuten bestückt, testete schon in der Startviertelstunde unseren Goalie aufs Eindringlichste. Der SCW hatte sich dann doch etwas gefangen und versuchte, mit teilweise magischen Ballstaffetten dagegenzuhalten, jedoch ohne zwingend in die Gefahrenzone einzudringen. Der Druck des FC Bern blieb hoch und wir waren zu hektisch und der Eindruck war merklich, dass uns dies beeindruckte. Aus einem der zahlreichen Eckbälle, ging das Heimteam durch einen schönen Kopfball 1:0 in Führung. Dies war verdient gewesen. Die Partie war nun etwas ausgeglichener geworden, wir bemühten uns, agierten aber zu naiv und konnten uns vorne noch nicht durchsetzen.
Mit dem 1:0 war dann auch das Pausenresultat festgelegt.
Der Gegner war stark aber sicher auch nicht unschlagbar, stellten wir in der Kabine fest und fassten nochmal alle Kräfte und den Willen zusammen, dieses Spiel noch umbiegen zu können......es wäre nicht das erste Mal gewesen..
Anfang der zweiten Halbzeit kamen wir jedoch gleich noch einige Male unter Druck, der FCB liess uns geschickt kommen und wurde bei Ballverlusten unsererseits jedesmal brandgefährlich mit steilen, schnellen Zuspielen. Wir überstanden diese Phase vorerst und konnten endlich etwas mehr tun für unser Spiel, erste Fragen zur konditionellen Verfassungen stellten sich trotzdem unweigerlich. Dies ist in der laufenden Saison jedoch nicht eines unserer Mankos, wohl eher die Tatsache, dass wir den Ball zu schnell preisgeben und so wertvolle Kraft und Konzentration verlieren. Gegen Mitte der zweiten Hälfte kam der Gegner dann doch noch zum zweiten Treffer. 2:0. Dies war nicht wirklich in unserem Sinne gewesen und wir stemmten uns vehement gegen die Niederlage. Wir gewannen nun mehr Zweikämpfe und etwas an Spielanteilen, konnten so mehr Druck ausüben. Zwischenzeitlich durfte man sogar einen Lattenschuss verzeichnen, wie sich herausstellte ein Vorbote einer weiteren gefährlichen Aktion, die vom Gegner nur noch mit einem Foul im Sechzehner vereitelt werden konnte. Elfmeter Wohlensee.
Ich fühlte mich eigentlich sicher genug, das Ding im Netz zu versenken, nahm Anlauf und scheiterte kläglich. Leider immer noch 2:0. Danach ist man immer kluger und studiert an den sensationellsten Varianten herum, wie cool und abgebrüht man einen Elfer hätte versenken könnte.....na ja.
In der Folge war das Spiel eigentlich ausgeglichen, es gab Möglichkeiten, hüben wie drüben. Auch unsere letzten verzweifelten Bemühungen wurden jedoch nicht belohnt und es blieb beim 2:0.
Da auch Tabellennachbarn patzten, ist eigentlich nicht viel verloren und es gilt daher den Eindruck der letzten Minuten mitzunehmen. Sprich - dran zu bleiben und an uns zu glauben, wie wir es auch in den letzten Spielen taten. Wir müssen uns jetzt gut regenerieren und fokussieren auf unser nächstes Heimspiel am 8.Mai. Da müssen dann wieder die Fetzen fliegen und 3 Punkte geholt werden. Betrachten wir das Bern-Spiel doch einfach als Betriebsunfall.
Was gibt es Besseres als nach langen Wintermonaten endlich wieder auf einem Grün Fussball spielen zu können.....
Nach einer guten Vorbereitung in der eher unbeliebten, warmen und gefährlichen Turnhalle waren kaum Rückschlüsse über unsere Verfassung festzuhalten. Gestern Abend war es dann endlich soweit, erster Gegner war der Fc Wynau, der in der Vorrunde nicht bezwungen werden konnte, in der Nachbetrachtung vermerkt unnötigerweise.
Eine Rechnung wollten wir begleichen, eine ziemlich gesalzene...
Wir haben kurzfristig unser System vom herkömmlichen 4-2-4 auf ein attraktiveres 3-4-3 umgestellt. Dies ohne es einzuüben oder uns damit zu beschäftigen. Ja wenn es YB kann, können wir es auch, lautete die Devise. So gesagt, so getan....Die Sache ist natürlich etwas schwieriger für die defensiven Leute und dafür umso attraktiver für die Stürmer. Logische Folge wäre viel Druck auf den Gegner auszuüben und gleichzeitig hinten anfälliger zu sein. Nun denn...um Punkt 19.30 pfiff der Unparteiische das Spiel an.
Da der Rasen in der Ey momentan wirklich ziemlich holprig ist, realisierte man rasch, dass nicht nur mit Schönspielerei agiert werden konnte. Den Umständen trotzend starteten wir jedoch sehr ballsicher und schwungvoll in die Partie, der FC Wynau überquerte in den ersten Minuten kaum einmal die Mittellinie, resultierend aus unserem Pressing und unserem schnellen Kurzpasspiel. Wir erarbeiteten uns rasch viele Torchancen, jedoch anfangs ohne reussieren zu können. Ein ums andere Mal brachten wir die Gästeabwehr in eine Art Schwindelzustand, eher sogar in ein regelrechtes Schwimmmfest. Gegen Mitte der ersten Hälfte wurden wir dann endlich für unser aufwendiges Spiel belohnt: Marc Spycher bediente mich mit einem genauen Pass in die Tiefe, den ich dann aus halblinkem, spitzem Winkel zu Führung verwerten konnte.
Der Gegner war nun total von der Rolle und wir spielten uns in einen kleinen Rausch. Die logische Folge war das kurz darauf folgende 2:0. Wahrscheinlich dachten wir ab diesem Zeitpunkt, es sei nicht mehr nötig weiter zu machen und überliessen unerklärlicherweise dem Gegner das Geschehen. Die Positionen wurden nicht mehr gehalten und jeder wollte plötzlich das Spiel irgendwie beeinflussen, was in den meisten Fällen nicht gut gehen kann. Durch unser sorgloses Verhalten luden wir den FC Wynau dazu ein, auch am Spiel teilnehmen zu dürfen. Der Anschlusstreffer war auf einmal nur noch eine Frage der Zeit geworden. Nach einigen heiklen Standardsituationen und Unsicherheiten unsererseits war es dann soweit gekommen. 2:1
Jetzt schien der SCW vollends den Kopf zu verlieren und kam zusehends unter Druck gegen einen Gegner, der zuvor nicht den Hauch einer Chance gehabt hatte. Unverständlich. Mit dem 2:1 gingen wir in die Pause. Uns wurde klar gemacht, dass es an diesem Abend kein zweites Spiel wie noch in der Hinrunde geben durfte und wir vehementer und konzentrierter weitermachen mussten.
Die Ansprache fruchtete vorerst nicht, fingen wir uns doch nach kurzer Zeit sogar den Ausgleich ein. Nun war der Zeitpunkt gekommen, um Alles oder Nichts zu spielen und trotzdem nicht blind anzurennen. Die dann folgenden Auswechslungen brachten etwas mehr Schwung und Entschlossenheit zurück. Ab ca. Minute 60 spielte sich in der Ey ein wahrhaftiges Wechselbad der Emotionen ab. Wenn eine Mannschaft in Führung lag, wurde das Skore im Handumdrehen wieder ausgeglichen, ein richtiger Abnützungskampf entwickelte sich. Dies führte bis zum 4:4 und einigen verlorenen Nerven später. (gegen uns wurde zudem ein sehr fragwürdiger Elfemeter gepfiffen, was die Stimmung nicht gerade gehoben hatte...)
Wenn wir ehrlich waren mussten wir uns zwischenzeitlich eingestehen, auch mit einem Remis gut bedient zu sein. Was nun aber folgte, war die Beweiserbringung dafür, dass wir mittlerweilen eine solidarische, mental starke Truppe sind und zu jedem Zeitpunkt nochmal eine Schippe drauflegen können. Kurz nach der Einwechslung von Adrian Zimmermann, der seinerseits für mächtig viel Wirbel in der Gästeabwehr sorgte, kamen wir durch eben erwähnten Spieler zur 5:4 Führung. Ädu bezwang den Goalie mittels coolem Lob aus halbrechter Position aus ca. 16 Metern. (Wieso macht er das nicht öfter...???)
Der Bann war nun gebrochen und die Gemüter etwas beruhigter. Der FC Wynau hatte sich wohl jetzt etwas aufgegeben und wir bewerkstelligten noch Tor Nummer 6 und 7. Dies war dann auch das Schlussverdikt. 7:4
Man kann nicht oft genug bemerken, dass unsere grosse Stärke darauf beruht, stets ruhig und unbeeindruckt weiterzuspielen und immer daran zu glauben, das Spiel gewinnen zu können.
In diesem Sinne ein grosses Kompliment an die JUNGS, an ALLE, es gibt ja bekanntlich keine Ersatzspieler sondern 20 Stammspieler, die nur nicht gleichzeitig ran dürfen. MERCI einmal mehr auch an Hänu und Buber für die super Betreuung vor- und während der Spiele!!!